BannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbild
 

Skulpturenweg

Im September 2006 haben sich die unten genannten Künstlerinnen und Künstler in Maierhöfen zu einem einwöchigen Symposium getroffen und neun Skulpturen sowie zwölf Textstelen erarbeitet. Sie haben ihre Kunstwerke der Gemeinde Maierhöfen dauerhaft zur Verfügung gestellt und entlang eines Rundweges aufgestellt, der nunmehr Skulpturenweg heißt, Bildhauerkunst in Stein, Holz und Metall sowie Literatur treten mit der Voralpenlandschaft in Verbindung. Die große Akzeptanz des Weges bei Einheimischen und Gästen legte es nahe, den Skulpturenweg durch weitere Skulpturen zu bereichern. 2019 entstanden neue Kunstwerke unter dem vorgegebenen Thema "Heimatklang". 

 

1 Stefanie Oberneder, Carrara/Italien: Der Nabel der Welt 2009

Der Nabel und das Ei sind Symbole beginnenden Lebens. Aus edlem Marmor gearbeitet stehen sie hier für den Beginn des Skulpturenweges im Zentrum von Maierhöfen.

 

2  Norma Sperlich-Osterkorn, Hergatz:  R.O.T. 2008

Die roten Wäschestücke aus Polyester flattern im Wind und kontrastieren gegen das Grün der Allgäuer Wiesen. Die Skulptur ist Ausdruck von Freude und Verbundenheit der Künstlerin mit Natur und kultureller Tradition. Sie versteht die Tracht als ein Zeichen von Beständigkeit in einer sich schnell wandelnden Zeit.

 

3  Hans Grohe, Hergatz: Ohne Titel 2006

Die Holzkugel aus Meterware Fichtenholz auf einer Feuchtwiese offenbart mit ihrer Rundung die Faszination ihrer geschlossenen Schönheit. Riesiger Igel, dessen Stachelspitzen ins Zentrum weisen.
   

4  Stephan Wagner, Röthenbach: Bank 2006

Der Künstler verbindet zwei unterschiedliche Werkstoffe: Figürlich gestaltetes Eichenholz mit grob behauenem Stein. Er baut damit eine besondere Spannung in der zum Verweilen einladenden Skulptur auf.

 

5  Alexander Waltner, Oberstaufen: Zenta 2019

Der Kopf einer gehörnten Kuh ist aus einem Eichenstamm gearbeitet. Aus dem nicht versiegelten Holz treten Tannine (Gerbsäuren) aus, die mit dem Eisen der Stahlplatte chemisch reagieren und die Färbung der Fläche bewirken.

 

6 Luka Huber, Isny: Heimat (Aus-)Klang 2019

Die Skulptur aus Eichenholz regt zu folgender Fantasie an: Ein Musikant kommt nach seinem Auftritt des Weges und gönnt sich hier eine Pause. Er stellt sein Instrument ab, legt Jacke und Hut darauf und freut sich auf sein Bier in der nahen Gaststube.

 

7 Inge Gerlach-Grube, Isny: Wolkenfänger 2006

Die auf Robinienstämmen liegenden Spiegel fangen für unseren nach unten gerichteten Blick den Himmel über uns ein. In der Spiegelung des Himmels sehen wir Wolken, Vögel und manchmal auch uns selbst.

 

8  Susanne Krämer, Weitnau: Ausgedreht 2008

216 Kunststoffspulen einer ehemaligen Allgäuer Spinnerei und Weberei bilden eine vom Wind bewegte, mit Form, Farbe und Inhalt spielende Skulptur. Diese Fundstücke einer regionalen Vergangenheit entwickeln eine eigene Ästhetik in Verbindung mit der Landschaft.

 

9  Siglinde Knestel, Weiler: Spinnennetz 2006

Das aus Stahl geschweißte Netz zwischen zwei alten, plombieren Telegrafenmasten entspricht dem fein gesponnenen Kunstwerk einer, nach altem Volksglauben, Haus und Hof behütende Spinne. Im Hintergrund sehen wir die Allgäuer Nagelfluhkette.

  

10  Günther Schrade/Stefanie Kemper, Maierhöfen: Hinter der Zeit 2006

14 Steinsäulen und 2 Wandtafeln aus Jurakalk von Günther Schrade bilden eine sakral anmutende Raumskulptur. Mit dem Text von Stefanie Kemper lädt der Raum zur inneren Sammlung ein. Man spüre der Verbindung von Stein, Wort und Landschaft nach.

 

11 Anna Frommknecht, Maierhöfen: Herzton 2019

Die aus Eichenholz gearbeitete Frauenskulptur zeigt eine Mutter, die schützend das Kind an ihr Herz hält. Beide beatmen sich gegenseitig - so in der Vorstellung der Künstlerin.

 

12  Hedy Hahn, Isny: Für uns Kinder 2006

Bunte, von Maierhöfener Schulkindern bemalte, Pflastersteine hängen hoch über uns. Sie heben unseren Blick vom Boden durch die Wipfel der über viele Jahrzehnte gewachsenen Fichtenstämme hinauf zum Himmel. Die bunten Steine spielen mit wechselndem Licht im Wald. 

 

13  Roy Hiller, Friedrichshafen-Fischbach: Ohne Titel 2006

Der nach unten hängende, krumme Holzstamm zentriert mit seiner Spitze die kosmische Energie in ein aus Ästen gebildetes, auf Metall ruhendes Rund. Er schafft einen Gegensatz zu den geraden, aus weichem Boden empor wachsenden Stämmen des Fichtenwaldes.

 

14 Sebastian Müller +, Die unerträgliche Leichtigkeit des Schreiens 2012

Ein Schrei aus Kalkstein klingt vom Waldrand her weit über die Wiesen der Allgäuer Landschaft - erschreckend und befreiend zugleich.

 

15 Arbeitskreis Skulpturenweg, Maierhöfen: Fußabgüsse 2012

Vielen Bürgerinnen und Bürgern aus Maierhöfen und Umgebung wurden Fußabdrücke in Alginat abgenommen und mit Keramin ausgegossen. Einige Fußsohlen sind noch erhalten, zeigen nach oben, laufen auf Luft zum Himmel. Doch Sonne, Kälte, Wasser und Wind zerstören sie im Laufe der Zeit und machen die Vergänglichkeit alles Körperlichen deutlich. Die Namen der Menschen aber bleiben bestehen.
    

16  Gerhard Zwießler, Maierhöfen: FonLuc 2006

In einem ca. 260 Jahre alten, in Kriegen verwundeten Eichenstamm, langsam gewachsen im Hohenloher Land, lässt der Künstler einen nahezu frei schwebenden, ballonförmigen Tropfen zum Licht aufsteigen.

 

17 Max Schmelcher, Weiler-Simmerberg und Scheidegg: Samen 2006

Aufgebrochene Gletscherfindlinge aus der Iller sind mit archaischen Zeichen und Bienenwachseinlagerungen versehen. Sie liegen unter zwei Eschen.  Die Esche ist in der germanischen Mythologie der Weltenbaum.  

 

18 Luis Schrade, Maierhöfen und Plaus/Südtirol: Horn 2019

Ein Horn, aus massivem Jurakalkstein gearbeitet, ruht in geschmiedetem Eisen. Mit viel Atem und gekonnter Blastechnik lässt sich das Horn zum Tönen bringen. Sein Klang geht, von Kühen des nahen Allgäuer Hofes umgeben, ins Tal.

 

19 Petra Joser, Leutkirch: Sterben - Schlafen - Nichts weiter 2012

Drei Gesichter aus Muschelkalk, italienischem Serpentin und Jurakalkstein werden durch einfache, lineare Strukturen angedeutet. Sie verraten uns nicht, was in ihrem Inneren vorgeht.

 

20 Gerhard Zwießler/Stefanie Kemper, Maierhöfen: 3 mal 30 2010

Drei 30-jährige Eschen wurden gefällt, entrindet, in Längsscheiben gesägt und gebogen. Blätter von Tagebüchern, 30 Jahre beschrieben, wurden zu Schnipseln zerrissen und mit den Eschenbrettern verleimt. So kehren die Blätter zum Baum zurück.

 

21 Jan Herzog, Halle (Saale): Memento mori 2019

Gedenke, daß du sterblich bist! Dies ist eine alte Mahnung an die Endlichkeit des Lebens. Zum Totentanz wird die Glocke erklingen. Der Künstler verbindet verschiedene Metallteile aus Kupfer, Messing, Blei und Aluminium mit einem nach alter Tradition geschmiedeten Rahmen zu einer Art Paravent. Zentraler Begriff seiner Kunst ist das gedankliche "Aufheben" in seiner dreifachen Bedeutung von "Bewahren - Verneinen - Erhöhen".

 

22 Lukas Fuetsch, Virgen/Osttirol: Klangband 2019

Der aus einem lebendig strukturierten Rauchkristallmarmor gearbeitete Ring ist eineinhalbfach gewunden. Er ist ähnlich einem Möbiusband, das nicht zwischen Innen- und Außenfläche unterscheidet. Der Ring steht auf einem Sockel aus Salzburger Flughafenbeton.

 

23  Siglinde Knestel, Weiler: Helianthus grandiflorum 2006

Die Künstlerin verarbeitet ausschließlich Abfallstoffe. Drei  üppige Blumen entstanden aus alten Mistgabeln, Güllerohren und Glasschmelze. Sie blühen als ganzjährige Sonnenblumen unter weißblauem Himmel.

 

24 André Rößner, Neuburg an der Donau: Ku(h)nst melken: bei Regen 2019

Die Skulptur, aus einem massiven Jurakalkstein gearbeitet, zeigt oben das Relief einer Allgäuer Landschaft und darunter das Euter als Symbol für die Allgäuer Milchwirtschaft - der "Busen des Allgäus". Regnet es oder schöpft man Wasser aus dem Bach und schüttet es oben auf die "Allgäuer Landschaft", so kann man (Wasser-) Tropfen aus dem Euter "melken".

 

25 Mario Riedesser, Kempten: Überwindung 2012

Wie eine Schraube aus Jurakalkstein windet sich die Skulptur aus der Erde hervor und steigt über den Grasteppich auf, um sich dem Himmel entgegen zu drehen.

 

26 Elke Bader/Dominic Jähner, Niederstaufen: Faszination 2012

Laaser Marmor mit Eichenholzaufsatz, Schwarzachtobler Sandstein und eine Eisenstange bieten sich dem Vogel aus Travertin zum Anflug an. Worte aus einem Gedicht von Hilde Domin laden dazu ein, dem Leben "wie ein Vogel die Hand" hinzuhalten. 

 

27 Hermann und Andreas Rudolph, Obergünzburg: Angelehnt - Abgelehnt 2012

Der weiße Laaser Marmor überzeugt durch seine unterschiedlichen Strukturen. Kontrastreich lehnt sich der gelbe Travertin an. Ein Stück Marmor liegt abgelehnt daneben.

 

 

T  Manfred Hagel, Lindau: Textstelen 2006

12 Textstelen begleiten den Skulpturenweg. Buchstabe für Buchstabe wird zu in Granit gemeißelter Lyrik. Die Fantasie des Autors und Künstlers  zu Themen von Landschaft und Ort soll eigene Gedanken beim Lesenden anregen.

 

Hier finden Sie die Galerie.